„Digitale Bildung“ — ein Bildungskonzept?

Horst Hischer

Abstract


 

„Digitalisierung“ ist in aller Munde. So überboten sich in den Wochen vor der letzten Bundestagswahl viele Parteien mit oft dubios bleibenden Parolen zur Forcierung einer vorgeblich notwendigen „Digitalisierung“, als deren – höflich formuliert: – bedenklichste hier „Digital first. Bedenken second.“ genannt sei.

Aber auch im Kontext von Bildung, Schule, Bildungspolitik und Didaktik finden wir – in den letzten Jahren zunehmend, nun auch bis in die tagespolitische Berichterstattung von Presse und Fernsehen hinein – Fokussierungen auf „Digitalisierung“, die nun sogar Forderungen z. B. nach „Digitaler Bildung“ und „Digitalem Lernen“ nach sich ziehen. Und die Gesellschaft für Didaktik der Mathematik (GDM) hat im Juli 2017 ein Positionspapier veröffentlicht, bei dem es expres­sis verbis u. a. auch um „digitale Bildung“ geht.

Aber können denn „Bildung“ und „Lernen“ digital sein? Wurde das bei der Wortwahl sorgsam bedacht, oder begegnen wir hier einem weiteren lockeren, quasi selbstredenden (?) Umgang mit Sprache, wie er wohl im Alltag und oft auch in der Presse üblich ist?

Was also sollen oder können Termini wie „Digitale Bildung“ bedeuten? Und: Sind solche Bezeichnungen im erziehungswissenschaftlichen Bereich als verfehlt zurückzuweisen?

Zunächst wird anhand einiger Zitate aufgezeigt, wie derzeit Termini wie „Digitalisierung“ und z. B. „Digitale Bildung“ im Bildungskontext gebraucht werden. Medienpädagogische Aspekte führen dann zu einem Vorschlag, welche didaktische Rolle eine „Digitalisierung“ im Rahmen von Bildung und Allgemeinbildung spielen könnte und wohl auch sollte. Dazu wird vorab kurz die informationstechnische Bedeutung von „Digitalisierung“ erläutert, um dann Fehlinterpretationen in den Zitaten verdeutlichen zu können.

 


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